„Wenn wir nicht lernen wirklich den Druck rauszunehmen und die Kontrolle loszulassen (Kontrolle aus Angst), dann fliegt uns das alles um die Ohren.“ Ein innerer Dialog der letzten Tage…
Wir blockieren uns am allermeisten, wenn wir krampfhaft versuchen unseren Scheiß zusammen zu halten. Don’t let shit hit the fan…
Aber was wenn… Also was wenn die Scheiße auf den Ventilator trifft? Und was wenn sie genau deshalb auf den den Fan trifft WEIL wir versuchen, dass krampfhaft zu vermeiden.
Mir ging es in den letzten Tagen so unglaublich schlecht. Auf allen Ebenen, in allen Bereichen meines Lebens hakte es, brannte es vielleicht sogar hier und da. Noch kein Inferno, aber es wurde schon heiß unter den Pobäckchen.
Es raubte mir so dermaßen die Kraft – aber ich brauche die doch. Wie soll ich das alles schaffen, wenn ich jetzt keine Energie mehr zum aufstehen habe. WIE?
Ich hab nen Moment und ein Tarot Reading mit einer neuen Klientin gebraucht, um zu sehen, dass ich selbst gerade total aus meiner Mitte gekippt bin. Meine berühmte „Squeaky Clean Energy“ war nicht mehr squeaky… Sie war total verdreckt.
Das was ich verkörpere, für was ich stehe, alles gebe und losrenne, hat nicht zu dem gepasst wie ich mich verhalten und kommuniziert habe. Wann immer das passiert – diese Inkongruenz – gibt es Stress. Stress in dir und dann natürlich auch Stress im Außen.
Wenn du dann noch in deine wohlverdiente Opferhaltung gehst, ist das Feedback Loop of Hell perfekt. Dann braucht es richtig viel Kraft wieder rauszukommen.
Ich merkte wie viel Schiss ich eigentlich habe vor dem Leben, das ich mir doch so sehr gewünscht habe. Ich will viel. Aber viel heißt aber auch „Wachsen“. Und weil ich mir das für ne Weile nicht mehr zugetraut habe, bin ich wieder voll rein in die Kontrolle. Eben aus der Angst heraus. Mit dem Resultat, dass es mir dann erst so richtig um die Ohren flog. Ich kann nicht. Ich kann nicht von Freiheit reden und Freiheit heißen, wenn ich anderen (im Übrigen die, die ich am meisten liebe) krampfhaft versuche an mich zu ketten. Mit Macht mit Kontrolle. Das geht nicht. Das killt. Beziehung. Vertrauen. Ich rede hier vor allem über meine Kinder. Na klar. Kryptonit. Hatte doch nen Plan.
„Ich dann und zu diesen Tagen und so, und dann du an jenen. Und die Wochenenden und überhaupt“.
Ohne Freiraum. Ohne Luft. Weil ich versucht habe den ganzen Scheiß, den ich ja schließlich kaputt gemacht habe (Hallo Schuld und Scham, welcome back to the movie), irgendwie zusammen zu halten, damit er nicht und unter keinen Umständen auf den Ventilator trifft.
Super Plan, die Alten sind sich einig. Und dann bähm in my face.
„Ne ich aber nicht. Weil ich das so will. Und überhaupt. Nimm es nicht persönlich Mama.“
Ok ne. *bricht innerlich vollkommen in sich zusammen, weil sie ihr „Baby“ nun vermutlich nie nie nie wieder sieht und das natürlich mit ihrer Person und dem Umstand die weltschlechteste Mutter zu sein, zusammen hängt*
Ich breche also kurz in der Waschküche des ehemaligen Heims und dem Haus meiner Kinder zusammen. Alleine.
Und auf einmal geht was auf. Wird was weich. Halte ich nicht mehr die Ohren steif, beiße nicht mehr die Zähne aufeinander und kneife nicht mehr die Arschbacken zusammen. Ich lasse los.
Es ist wie es ist. Es geht nicht mehr. Ich/Wir können dieses Konstrukt nicht krampfhaft aufrecht erhalten. Ich möchte das nicht. Denn ich weiß, dass es Beziehung zerstört und das Beste was ich tun kann ist, zuzulassen, dass die Scheiße auf den Ventilator trifft. Denn, das was kaputt geht und nicht mehr funktioniert ist das perfekte Bild von Familie. Von trautem Zusammensitzen am Frühstückstisch (hat es vorher im Übrigen auch nicht so oft gegeben), von „ich muss noch was aufholen weil ich in deinem 3. Lebensjahr mental bedingt etwas unpässlich gewesen bin, von „Ich muss die drei gleich behandeln und alle müssen gleich viel Zeit mit mir verbringen“, von „Ich darf keine Fehler machen, vor allem jetzt nicht, weil ich Arschloch sie ja verlassen habe“, von „Ich muss wissen welches Kind an welchem Tag eine Klassenarbeit schreibt“ (Meine Beichte: Ich habe keine Ahnung, meistens), von „ich muss dafür sorgen, dass ihre Zimmer aufgeräumt sind (In dem Haus in dem ich nun nicht mehr wohne)“, von „der Mittlere muss jeden Tag gründlich Haare kämmen sonst Dreadlocks…“, von „Ich muss irgendwie zwei Haushalte in Schuss halten….“ , von „Scheiße im Kinderzimmer stehen noch zwei unausgepackte Umzugskisten, die den Kindern sicher den Eindruck vermitteln, dass ihr Zimmer nicht fertig ist und ergo sie hier nicht willkommen…“….
Ich kann das noch ewig weiter spinnen. Und merke gerade, dass genau das – solche Gedanken – mein fucking Problem sind. Und ich wundere mich, dass ich keine Kraft habe… Wenn mein Kopf und meine Gedanken solche Details wälzen und alles zum Anlass nehmen mich innerlich zu beschämen und abzuwerten. Und ich dann in die Kontrolle gehe. Aus Angst. Aus Schuld, aus Scham. Weil sie mein Schutz ist. Mein Zuhause, wenn es brennt.
Irgendwann wird die Energie so dicht, dann fliegt dir alles um die Ohren.
Shit. Hit. The. Fucking. Fan.
Du schämst dich. Zutiefst. Und dann… Ja was dann.
Ich sag es dir. Dann bist du frei. Wenn du das durch hast und dich wirklich auf den Boden legst und sagst: „Fuck it. Ich halte den Scheiß nicht mehr zusammen, egal was passiert“, dann kommt Freiheit.
Und mit ihr Weichheit. Aber das wirklich Spannende ist, dass das was als Scheiße auf den Ventilator trifft, belanglos ist. Nicht wichtig. Es ist egal. Weil das, was übrig ist der Nährboden für Glück, Liebe, Vertrauen und Beziehung ist. Das, was wirklich zählt.
Ich habe die Stimme meines Bruders im Kopf, der einmal nach einem meiner Nervous Breakdowns zu mir sagte: „Schwester, mach dich doch mal locker….“
Ja, (kleiner) Bruder. Mach ich. Mach ich jetzt. Hab ich nach 15 Jahren, einigen gescheiterten Jobs, verbrannter Firmen, kaputter Ehe nun verstanden.
Ich versuche nicht mehr zu funktionieren und mach mich jetzt locker. Für mich, meine Liebe und nicht zuletzt für meine Kinder.
Love always.
Liberty

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